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1995:

Die erste Hälfte des Jahres 1995 verbrachte ich noch auf der Fachoberschule, die ich in diesem Jahr auch recht erfolgreich abschloß. Hin und wieder hatte ich jedoch auch Zeit den ersten kreativen Trieben, die sich in mir regten freien Lauf zu lassen. Das folgende, man könnte fast sagen "Hörspiel" entstand während des Deutschunterrichtes bei Herrn Bäumler und wurde einige Tage später in selbigen von mir und einem Mitschüler uraufgeführt. Es spielt - na wo wohl - in Berlin und heißt:

Kein Spaß ohne Mars

Ein Alltagsdrama in einem Aufzug:

Es war wieder einer dieser nichtssagenden Mittwoch-Morgende, die grau die Umrisse der morgenlärmenden Großstadt verhüllten. Von grellen Sonnenstrahlen ganz benommen, betritt ein Kunde Franks Imbißbude an der Chaussee.

Verkäufer: Moin, was willst'n?
Kunde: Was gibt'sn?
V.: Fleischpflanzlsemmeln.
K.: Was kost'n die?
V.: Zwei fuffzich.
K.: Ich nehm'n Mars.
V.: Sinn alle...
K.: Saftladen, ham Se 'n Haribo?
V.: Ja, hammer da.
K.: Zwei Haribo.
V.: Wir ham nur noch eins.
K.: Da nehm ich ne Wurscht.
V.: Mit Ketschup oder Sempf?
K.: Mit'n Sempf, aber reichlich.
V.: Macht eins achtzich.
K.: (Ein 2-Mark-Stück reichend) Stimmt so.
V.: Nö, laß ma... (Gibt Wechselgeld raus.) So einer bin ich nich...
K.: Wie meinst'n das?
V.: Naja, manchmal kommen so Leute und die sagen...
K.: (Den Verkäufer unterbrechend) Ich muß jez los, meine Alte wartet mit'm Essen.
V.: Was gibt'sn?
K.: Suppe, mit Schampiongs.
V.: Würd ich aber aufpassen, hähä...
K.: Jez is der Clinton schon ein Jahr Präsident, wa.
V.: Ja, ja, die Ossi's.
K.: (verdutzt) Der kommt aber aus Amerika.
V.: Ja, möcht man gar nich glauben.
K.: (kauend) Die Wurscht is gut, is die vom Aldi?
V.: Ne, vom Großhändler. Is billjer und auch wegen der Steuer.
K.: Achso, von Politik versteh ich nich viel, aber mein Sohn hat jez Abi.
V.: Meiner ist beim Bau.
K.: Meiner will mal Architekt werden.
V.: Hähä...
K.: Also dann bis morgen, nä.
V.: Und feiert noch schön!
K.: Geht klar, Tschüßi.
V.: Tschüß.

Der Verkäufer wischt sich seine Wurstfinger an dem blauen Handtuch ab. Zwei Monate später brach er sich ein Bein. Das war ein ganz schöner Umsatzverlust.